Vier Jahrzehnte sind vergangen, seit Andrea Schwedler und Günter Schulze Vowinkel-Schwedler mit Rucksack und Kamera durch das Reich der Mitte reisten. Was sie auf ihren beiden großen Reisen in den Jahren 1984 und 1986 in Bildern festhielten, ist mehr als eine private Erinnerung – es ist ein einzigartiges fotografisches Zeitdokument einer Epoche des Aufbruchs und der Veränderung.
China stand damals am Beginn einer neuen Ära: Die Wirtschaftsreformen Deng Xiaopings hatten das Land erfasst, erste Spuren der Öffnung zeigten sich, doch vielerorts war noch die alte Welt sichtbar – zwischen traditioneller Lebensweise und zaghafter Moderne. Andrea, damals Sinologie-Studentin mit Studienaufenthalten in Taipeh und Bonn, und Günter, leidenschaftlicher Fotograf mit langjähriger Reiseerfahrung, durchquerten auf abenteuerlichen Rucksacktouren das riesige Land: von Kanton über Guilin und Shanghai bis nach Peking, von der alten Kaiserstadt über Xi'an und die tibetische Hochebene bis nach Lhasa. Sie dokumentierten, was ihnen begegnete – Menschen, Landschaften, Alltagsszenen, Architektur und die besondere Stimmung dieser Jahre.
Doch ihre Verbindung zu China endete nicht mit diesen Reisen. Ab 1992 folgten unzählige weitere Aufenthalte – und stets war Tochter Loan mit dabei, die inzwischen ebenso tief mit dem Land verbunden ist wie ihre Eltern. Andrea arbeitete über viele Jahre als Deutschlehrerin und DAAD-Büroleiterin an der Tongji-Universität in Shanghai, Günter besuchte sie regelmäßig und dokumentierte mit seiner Kamera die rasante Entwicklung des Landes über drei Jahrzehnte hinweg.
Die hier versammelten Fotografien aus den Jahren 1984 und 1986 sind die Wurzeln dieser lebenslangen China-Erfahrung. Sie zeigen ein Land, das in dieser Form längst Geschichte ist – und doch in jedem Bild lebendig bleibt.
Tauchen Sie ein in eine Zeit des Übergangs, in ferne Landschaften und in die Begegnung mit einer Kultur, die Andrea und Günter bis heute begleitet.
Andrea Schwedler und Günter Schulze Vowinkel-Schwedler laden ein zu einem besonderen Abend: Im Gespräch blicken sie zurück auf ihre ersten großen Reisen nach China in den Jahren 1984 und 1986 – eine Zeit, in der das Land sich gerade zu öffnen begann, aber noch weit entfernt war von der rasant entwickelten Metropolenwelt von heute. Ergänzt wird der Abend durch die Eröffnung einer Ausstellung mit ihren eindrucksvollen Reisefotografien, die in diesen Tagen entstanden sind.
Ein Abend voller Geschichten, Begegnungen und Perspektiven – für alle, die China aus eigener Erfahrung kennen oder es neu entdecken möchten.
Termin: Donnerstag, 17. September 2026, 18 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen
Virchowstrasse 23, 90409 Nürnberg
Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo-Fr von 9-17 Uhr
Die Salonreihe widmet sich Lebenswege und persönlichen Eindrücken deutschsprachiger Reisender, die vom 19. und 21. Jahrhundert China bereisten oder dort lebten.
Beleuchtet werden persönliche Eindrücke von Reisenden, Gesandten, Missionaren, JournalistInnen und politisch Verfolgten.
Die Salons werden jeweils von einer Ausstellung begleitet.
Die jeweiligen Ausstellungen, teilweise aus persönlichem Besitz, verdeutlichen, wie der Zugang zu China – abhängig von Faktoren wie Sprachkenntnissen, sozialen Beziehungen oder politischen Umständen – die Wahrnehmung des Landes prägte. Die Ausstellungen sind während der Öffnungszeiten des Instituts geöffnet.
Weitere Termine:
Donnerstag, 08. Oktober 2026, 18 Uhr
Martina Bölck & Hilke Veth: Buchpräsentation „Ausgerechnet zu den Chinesen…“ Deutschsprachige Abenteurerinnen in China (AvivA Verlag 2023)
Montag, 09. November 2026, 18 Uhr
Michael Götz: Zufluchtsort Harbin - Eine Familiengeschichte
Montag, 30. November 20206, 18 Uhr
Josefine Glöckner: Graf von Luxburg an der deutsch-kaiserlichen Gesandtschaft Peking um 1900 und seine Sammelleidenschaft.