22.10.2026 18:00 - 22.11.2026 21:00

BILD – POLITIK

Die Ausstellung BILD – POLITIK unternimmt den Versuch einer kritischen Analyse des komplexen Wechselverhältnisses zwischen künstlerischer Produktion, ästhetischer Formgebung und politischer Machtausübung. Den theoretischen Ausgangspunkt bildet Walter Benjamins in den 1930er Jahren entwickeltes Konzept der „Ästhetisierung der Politik", mit dem er erstmals die Inszenierung als zentrale Kommunikationsform totalitärer und autoritärer Systeme identifizierte und Propaganda als ästhetisches Erlebnisangebot beschrieb. Diese Diagnose erfährt im gegenwärtigen Zeitalter globaler Bildströme, digitaler Meinungsmache und populistischer Politikinszenierung eine ebenso unerwartete wie dringliche Aktualität. Vor diesem Hintergrund versammelt die Schau künstlerische Positionen, die historische und gegenwärtige Bildsprachen ideologischer Systeme einer kritischen Befragung unterziehen.

Sie führt Arbeiten von Studierenden der AdBK Nürnberg mit Werken eingeladener Künstler:innen zusammen und verfolgt das Ziel, eine künstlerische Praxis der Kritikfähigkeit angesichts global wirksamer politischer Einflussnahme zu entwickeln. Dabei versteht sich die Schau als Plattform für einen interkulturellen Dialog zwischen östlichen und westlichen ästhetischen Traditionen und politischen Erfahrungshorizonten – ein Anspruch, dem der Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg als Brücke zwischen ostasiatischen sowie europäischen Kulturräumen in besonderer Weise Rechnung trägt.

In thematischer Hinsicht dekonstruiert BILD – POLITIK Propaganda in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Nürnberger Kongresshalle und ihrer aktuellen Nutzung hinterfragt die architektonische Inszenierung politischer Macht und deren Fortwirken in der Gegenwart. Die Untersuchung der Bildsprache zeitgenössischer populistischer Bewegungen macht die Kontinuitäten und Transformationen propagandistischer Strategien im digitalen Zeitalter sichtbar. Am Fallbeispiel der Farbe Rot in der politischen Kultur Ostasiens wird die politische Semantik kultureller Symbolik analysiert. Darüber hinaus werden mediale Formate untersucht, in denen Propaganda in Religion, Gruppendynamik und Sprache wirksam wird. Die Vielfalt der vertretenen künstlerischen Medien – Malerei, Fotografie, Eat Art, Sound und Video – ermöglicht eine mehrdimensionale Auseinandersetzung mit dem Thema und eröffnet unterschiedliche Zugänge zu dessen Komplexität.

Die Ausstellung vereint Arbeiten von Manuel Fischer, Annett Stenzel, Téo Strobel, Florin Weber und Mengyun Xu.

Ausstellungszeitraum: 23. Oktober – 21. November 2026
Vernissage: Donnerstag, 22. Oktober 2026, 18:00 Uhr

Buchpräsentation von Téo Strobel: watermarks trickle away

Mittwoch, 28. Oktober 2026, 18:00 Uhr


Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg e.V.,

Pirckheimerstr. 36, 90408 Nürnberg

Mi – Sa 13 18 Uhr

Gefördert durch: