08.10.2022 11:00 - 14:00 | Nürnberg | Vorträge und Lesungen | Workshops

Thementag: Gemeinsam gegen das Vergessen!

Antisemitismus und der Kampf gegen das Vergessen sind heute, über 70 Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland, aktuellere Themen denn je; Themen, die uns alle etwas angehen und die auch und gerade für jüngere Generationen wichtig sind.

Besonders eindrucksvoll bewiesen das die Schüler des Nürnberger Dürer-Gymnasiums, die zusammen mit Comic-Künstler Alex Mages erstmals in einem Comicband die Geschichte der jüdischen Familie Jesuran aufarbeiteten. Die namensgebende Familie lebte in den 1930er Jahren in Nürnberg und flüchtete nach der „Machtergreifung“ Hitlers nach Brüssel. Das beeindruckende Comicprojekt zeichnet die Stationen des Lebens und der Flucht der Jesurans und wird ergänzt durch historische Materialien und Interviews, die die Geschichte noch greifbarer machen.

Gemeinsam gegen das Vergessen: Am 8. Oktober 2022 lädt das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Verein Nordkurve e.V. und dem Bildungscampus Nürnberg sowie mit Unterstützung des Amts für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg zu einem spannenden Thementag ein.

Nachdem der Comic Jesuran von zahlreichen ehrenamtlichen Helfer:innen bereits in verschiedene Sprachen übersetzt wurde, präsentiert das Konfuzius-Institut in einer bilingualen Lesung erstmals die von Mitarbeiterinnen des Instituts eigens angefertigte chinesische Übersetzung.

Nur wenige wissen, dass seit 1938 rund 18.000 Juden aus Deutschland und Österreich nach Shanghai geflüchtet sind. Der Grund dafür liegt darin, dass eine Zeit lang wegen des Kriegs mit Japan die Einreisekontrollen ausgesetzt waren, sodass die Flüchtlinge ungehindert in die Stadt kommen konnten.
Was vermutlich noch weniger Menschen wissen: Unter diesen Flüchtlingen waren mehr als 450 jüdische Musiker und Musikerinnen. Spannende Einblicke in dieses kaum bekannte Thema liefert Dr. Sophie Fetthauer, die im Rahmen der Veranstaltung ihr gerade erschienenes Buch Musiker und Musikerinnen im Shanghaier Exil 1938–1949 vorstellen wird.

Passend dazu wird es ein kleines Konzert mit Jazz aus dem Shanghai der 30er Jahre geben. Die jüdischen Musiker:innen im Shanghaier Exil haben die Musikszene der Stadt in dieser Zeit entscheidend geprägt, wovon wir mit diesem Konzert einen Eindruck schaffen möchten.

Abgerundet wird das Programm durch eine Brotzeit, die den Teilnehmer:innen die Gelegenheit bietet, sich zu den behandelten Themen auszutauschen und ihre Eindrücke miteinander zu teilen.

 

Zeit: Samstag, 08.10.2022, 11-14 Uhr
Ort: Fabersaal im Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg 
Kosten: 8€ p.P.
Kartenverkauf: Über die Website des Bildungszentrums Nürnberg