18.03.2021 - 24.03.2021 ganztägig

6. Chinesisches Filmfestival

Unruhestand? – Altern in China

ONLINE – 18. bis 24. März 2021: WWW.CHINESISCHES-FILMFESTIVAL.DE


Das diesjährige, bereits 6. Chinesische Filmfestival des Konfuzius-Insituts Nürnberg-Erlangen befasste sich unter dem Titel „Unruhestand? – Altern in China“ mit einem Thema, das uns alle betrifft, aber oft verdrängt oder ausgeblendet wird, denn wer möchte schon gerne mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden? Doch das Thema Altwerden wird besonders in China immer brisanter: Zum einen steht das Land aufgrund der Folgen der Ein-Kind-Politik inzwischen vor dem Problem der Überalterung, zum anderen ist gerade zwischen dem ländlichen Raum und den urbanen Gebieten eine extreme Kluft von Armut und Reichtum zu beobachten. Die dreizehn gezeigten Dokumentar- und Spielfilme ließen uns an den Herausforderungen der Senioren im ländlichen China teilnehmen, gaben Einblicke in das Leben älterer Menschen in den Millionenstädten und führten uns Generationenkonflikte vor Augen. Sie zeigten in vielen Facetten das traurige, schwierige, aber auch das versöhnliche Gesicht des Alterns in China. Alle Filme wurden in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt.

Seit 2010 veranstaltet das Konfuzius-Institut alle zwei Jahre ein chinesisches Filmfestival, das einen ungewöhnlichen Einblick in die Arbeiten von bekannten und aufstrebenden chinesischen Filmemachern und damit in die unmittelbare Gegenwart Chinas gibt. Das Festival zeigt ein aktuelles China-Bild abseits der gängigen Klischees. Das nunmehr sechste Filmfestival fand zum ersten Mal online statt. 

Kooperationspartner:
Lamm-Lichtspiele
Casablanca Filmkunsttheater

Mit freundlicher Unterstützung von:
Kulturförderung der Stadt Erlangen, Siemens, Das Lamm muss laufen ! e.V., curt Magazin


FALTBLATT FILMFESTIVAL 

TRAILER auf YouTube ansehen
 

Die Palette der gezeigten Dokumentar- und Spielfilme war breit, die Charaktere vielfältig, die Stimmung manchmal traurig, manchmal hoffnungsvoll. An sieben Festivaltagen gab es neben vielen mehrfach ausgezeichneten Filmen wie beispielsweise dem Familiendrama „Tao Jie – A simple Life“ u.a. ein chinesisches Roadmovie, Familientragödien, aber auch heitere Dokumentationen zu sehen, die die Zuschauer beispielsweise in eine Dating-Agentur für Senioren führten. Generationenkonflikte in ländlichen Gebieten Chinas wurden genauso beleuchtet wie soziale Missstände in den Megacities und Kontroversen zwischen Traditionen und Moderne. Besonders interessant waren auch die unglaublichen Geschichten, die die chinesischen Senioren in unseren Dokus aus ihrem langen Leben erzählten: von der japanischen Besatzungszeit, dem Leben in den Kommunen, der Tragödie des Großen Sprungs nach vorn, … Sie sind lebende Zeugen der bewegten chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Kurzum: Die Filme gaben einen ungetrübten Blick in Chinas Gegenwart und Vergangenheit.


FILME:

 

  • A GRANDSON FROM AMERICA    孙子从美国来
    Regie: Qu Jiangtao, 2012, Komödie, 127 Min., OmeU
     
  • CROSSING THE BORDER – ZHAO GUAN   过昭关
    Regie: Huo Meng, 2018, Drama, 93 Min., OmeU
     
  • SHATTERED   老唐头
    Regie: Xu Tong, 2011, Dokumentarfilm, 85 Min., OmeU
     
  • FLY WITH THE CRANE   告诉他们,我乘白鹤去了
    Regie: Li Ruijun, 2012, Drama, 108 Min., OmeU
     
  • LAST LAUGH   喜丧
    Regie: Tao Zhang, 2015, Drama, 82 Min., OmeU
     
  • TAO JIE – A SIMPLE LIFE   桃姐
    Regie: Ann Hui, 2011, Drama, 114 Min., OmeU
     
  • MY MOTHER'S RHAPSODY   萱堂闲话录
    Regie: Qiu Jiongjiong, 2011, Dokumentarfilm, 106 Min., OmeU
     
  • MOUNTAIN OF NOTHINGNESS   野池山纪
    Regie: Wang Lixin, 2017, Dokumentarfilm, 60 Min., OmeU
     
  • THE FAMILY IN THE SINKHOLE   天坑人家
    Regie: Yao Zubiao, 2018, Dokumentarfilm, 71 Min., OmeU
     
  • HEARING OF THE HEARTS (Kurzfilm)   声·心
    Regie: Fiona Huang, 2016, Spielfilm, 27 Min., OmeU
     
  • CITY DREAM   城市梦
    Regie: Chen Weijun, 2019, Dokumentarfilm, 102 Min., OmeU
     
  • MR. JIA AND HIS FRIENDS   老年男女
    Regie: Zi Han, 2009, Dokumentarfilm, 95 Min., OmeU
     
  • OLD BEAST    老兽
    Regie: Zhou Ziyang, 2017, Drama, 110 Min., OmeU

 

VIRTUELL ZU GAST BEIM FILMFESTIVAL:

Das Filmprogramm wurde durch ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt.

  • Podiumsdiskussion am 18. März 2021
    Zum Auftakt des Festivals gab eine Podiumsdiskussion über das Altern in China Einblicke in die gerontologischen Entwicklungen in China und Deutschland und zeigte, wie sich die Filmwelt mit dem Thema Altern auseinandersetzt. Moderiert von Dr. Yan Xu-Lackner diskutierten:  
    • Prof. Dr. Björn Alpermann, Lehrstuhl für Contemporary Chinese Studies, Universität Würzburg
    • Prof. Dr. Jörn Glasenapp, Lehrstuhl für Literatur und Medien der Universität Bamberg
    • Prof. Dr. Frieder R. Lang, Lehrstuhl für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
       
  • Gespräch über die chinesische Indie-Film-Szene
    Unter dem Titel "An insider´s perspective on China´s indie movie scene: its challenges and significance" konnte unsere Programmleiterin Katharina Steiger am 20. März mit Dr. Wang Xiaolu einen Experten für chinesische Indie-Filme begrüßen und sprach mit ihm über die Herausforderungen in der Indie-Film-Szene in China.
     
  • Gespräch zum Film MOUNTAIN OF NOTHINGNESS
    Am 22. März konnte unsere Programmleiterin Katharina Steiger im Anschluss an den Dokumentarfilm "Mountain of Nothingness" das Regisseur-Team des Films in einer Online-Gesprächsrunde begrüßen: Prof. Dr. Wang Lixin 王立新 (Regisseurin des Films und Professorin an der Meishi Film Academy der Chongqing University), Wang Jing 王静 (School of Foreign Languages der Shandong University) und Gao Zhibin 高 志彬 (Faculty of Journalism and Communication at Sichuan International Studies University).
    Der Film Talk in englischer Sprache ist auf der Youtube-Seite des Konfuzius-Instituts verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=RVFgl3XnquE&t=1s