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  • 05.06.2019 19:00 - 21:30 | Nürnberg | Ausstellungen

    Vernissage: Chinafrika. under construction

    Ein Projekt von Jochen Becker (MetroZones) mit Daniel Kötter, adaptiert für den Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen von Jochen Becker/Nora Gantert

    Vom 6. Juni bis 27. Juli 2019 zeigt das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen im Kunstraum in der Pirckheimerstraße das Kunst- und Recherche-Projekt Chinafrika. under constructionentwickeltvon Jochen Becker (metroZones) mit Daniel Kötter. Die Ausstellung mit Videoinstallationen, Postern, Fotografien und anderen Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler begibt sich auf eine Spurensuche nach den kulturellen Beziehungen zwischen China und Afrika, die sich als Folge der wirtschaftlichen Verflechtungen herausbilden. Sie entwirft das Porträt eines globalen Prozesses, der nicht zuletzt das Imaginäre von Europa grundlegend verändern wird. Die Ausstellung wird am 5. Juni um 19 Uhr mit einer Einführung in das Chinafrika-Projekt durch Jochen Becker und Daniel Kötter eröffnet.

    Das Projekt konzentriert sich auf den Kupfergürtel im Norden Sambias und Südosten der DR Kongo als Knotenpunkt für die Extraktion und den Transport von Rohstoffen, sowie auf die Metropolen Lagos (Nigeria), Johannesburg (Südafrika), Addis Abeba (Äthiopien) oder Algier (Algerien). In China steht das Perlflussdelta mit den afrikanischen Handelszentren in Hong Kong, Guangzhou und der vormaligen Freihandelszone in Shenzhen – Partnerstadt der Metropolregion Nürnberg – im Fokus. Hierfür entwickeln afrikanische, chinesische und europäische KünstlerInnen, KuratorInnen und Akteure gemeinsam künstlerische sowie theoretische Positionen – und testen aus, wie sich die in den Bereichen der künstlerischen Praxis und der visuellen Kulturen, des gesellschaftlichen Alltags sowie der Architektur und des Urbanismus vollziehenden Entwicklungen und Phänomene in den Blick nehmen lassen. Chinafrika. under construction entfaltet ein Terrain, das sich über drei Kontinente erstreckt.

    Neben bereits existierenden Arbeiten wurden mehr als zwanzig Neuproduktionen und die Arbeitsergebnisse von vier Chinafrika-Working-Groups erstmalig 2017 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst/GfZK Leipzig sowie im Rahmen der Biennale of Urbanism\Architecture Shenzhen gezeigt. Auf Einladung des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen wird die Ausstellung nun in einer adaptierten Form in Nürnberg präsentiert.

    Bis zu 2 Millionen chinesische Staatsbürger halten sich auf dem afrikanischen Kontinent auf. Die chinesische Regierung forciert Rohstoffgewinnung vor allem auf dem afrikanischen Kontinent, um in der „Fabrik der Welt“ im Perlflussdelta sowie anderen Orten Chinas günstige Produkte für den Weltmarkt herzustellen. Die Smartphones in unseren Taschen sind Ergebnis jener „chinafrikanischen“ Produktionskette. Weniger bekannt ist, dass umgekehrt ca. 100.000 afrikanische Staatsbürger sich als Händler, Dienstleister, Staatsbedienstete oder Studierende in China aufhalten. „Chinafrika“ ist also keine Einbahnstraße.

    Globalisierung wird oft verstanden als eine Handelsbeziehung, eine politische Macht sowie eine kulturelle Beziehung vorrangig zwischen dem Westen und dem Globalen Süden. Diese Verhältnisse verändern sich jedoch. Das vormalig kolonisierte „Entwicklungsland“ China baut nicht nur massiv Ressourcen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent ab, sondern investiert dort zugleich in die Infrastruktur wie den Bau von Straßen und Eisenbahnlinien. Auf der anderen Seite finden afrikanische „Kofferhändler“ gute Bedingungen für einen Markteintritt in China. Diese „Globalisierung von unten“ (Gordon Mathews) ist Motor eines globalen Prozesses.

    Nähere Informationen über das Projekt findet Sie unter www.chinafrika.org

    Mit Arbeiten von Sammy Baloji, Bodil Furu, Gerda Heck/Christian Hanussek, Louis Henderson, Ho Rui An, Huang Xiaopeng, Taiye Idahor, Daniel Kötter, Li Xiaofei, Lu Shan, Michael MacGarry, MAP Office, Elke Marhöfer/Mikhail Lylov, Adam James Smith/Song Ting/Wang Qihan, Stary Mwaba, Joseph Wright of Derby.

    Das Projekt ist vom TURN-Fonds der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Chinafrika. under construction ist eine Produktion von metroZones. In Koproduktion mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Kunstfest Weimar, steirischer herbst Graz, Goethe-Institut Nigeria und Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen. In Kooperation mit Centre d'art WAZA Lubumbashi, Culture Advocates Caucus Lagos, Things that can happen Hong Kong, Goethe-Institut Algier. Leitung der Arbeitsgruppen: Huang Xiaopeng (Guangzhou), Michael MacGarry (Johannesburg), Patrick Mudekereza (Lubumbashi), Folakunle Oshun (Lagos)

    In Kooperation mit chinafrika. under construction und metroZones
    Mit freundlicher Unterstützung von Hüttinger Interactive Exhibitions


    PROGRAMM:

    Laufzeit der Ausstellung: 6. Juni - 27. Juli 2019, mittwochs bis samstags 13 - 18 Uhr

    Vernissage: Mittwoch, 5. Juni 2019, 19 Uhr

    • Begrüßung: Dr. Yan Xu-Lackner, Direktorin Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen
    • Einführung in das Chinafrika-Projekt: Jochen Becker (metroZones, Kurator der Ausstellung) und Daniel Kötter (Filmemacher und Ko-Recherche)

    Nähere Informationen zum Rahmenprogramm der Ausstellung folgen an dieser Stelle in Kürze.

    Ort: Kunstraum des Konfuzius-Instituts, Pirckheimerstraße 36, 90408 Nürnberg

    Eintritt: frei

    Ausstellungsflyer

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