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  • 17.04.2019 19:00 - 20:30 | Nürnberg | Vorträge und Lesungen

    Paradiesische Verheißungen und unbegrenzter Fortschritt in der VR China

    Vortrag von Prof. Dr. Marc Matten im Rahmen der Ausstellung "Heraus aus den Salons! Bildergeschichten und Propaganda im China des 20. Jahrhunderts"

    Vom 22. März bis 4. Mai 2019 zeigt das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen in Koope­ration mit der Sinologie der FAU Erlangen-Nürnberg, dem Shanghai Propaganda Poster Art Center und dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin eine Übersichtsausstellung zur visuellen Kultur im China des 20. Jahrhunderts. Nähere Informationen zur Ausstellung

    Wissenschaftlich unterstützt und begleitet wurde das Ausstel­lungsprojekt durch Prof. Dr. Marc Matten, Professor für Zeitgeschichte Chinas an der FAU Erlangen-Nürnberg. Am 17. April war Prof. Matten zu Gast in der Ausstellung und klärte die zahlreich erschienenen Gäste darüber auf, wie Propagandaposter in China im 20. Jahrhundert als Kommunikationsmedium eingesetzt wurden. 

    Mit der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober 1949 erlebte China eine weitreichende Transformation, die in allen Bereichen der Gesellschaft zu beobachten war. Am wirkmächtigsten war das bereits bevor der sogenannten „Befreiung“ breit kommunizierte Versprechen, mit Wissenschaft und Technologie Fortschritt zu generieren und in absehbarer Zeit ein utopisches Paradies zu schaffen. Notwendig dazu war nicht nur ein Lernen von der Sowjetunion, sondern auch die Wertschätzung des Wissensschatzes der chinesischen Bauern und Arbeiter. Der Vortrag zeigte anhand einer großen Bandbreite von Beispielen aus der Atomphysik, Stahlproduktion, Pflanzengenetik und Tiermedizin, wie das Paradies nicht nur von oben verordnet, sondern auch von unten geschaffen werden sollte.

    Marc Matten ist Professor für Zeitgeschichte Chinas an der FAU Erlangen-Nürnberg. Er hat Sinologie in Bonn, Changchun, sowie Tokio studiert. Er arbeitet zur politischen Ideengeschichte und Historiographie Chinas, sowie zur Technikgeschichte der maoistischen Ära. Zu seinen Publikationen gehören „Die Grenzen des Chinesischen“ (Harrassowitz, 2009), „Places of Memory in Modern China – History, Politics and Identity“ (Brill, 2011/2013) und „Imagining a Postnational World — Hegemony and Space in Modern China" (Brill, 2016). Er betreut zudem an der FAU eine der größten Sammlungen zur Buchproduktion der VR China in Europa, die Sammlung der Shanghai Academy of Social Sciences (SASS, www.sass.fau.de), aus der auch Bücher und illustrierte Magazine in der Ausstellung "Heraus aus den Salons!" gezeigt werden. 

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