28.11.2018 - 02.12.2018 ganztägig | Nürnberg | Erlangen

5. Chinesisches Filmfestival: CHINA OUTDOOR

 

Vom 28.11. bis 02.12.2018 veranstaltete das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen das 5. Chinesische Filmfestival, das in diesem Jahr unter dem Motto „CHINA OUTDOOR“ stand. Das Festival war eines der ersten Filmfestivals weltweit, welches spezifisch das Thema Outdoor-Sport in China behandelte.  Das Festival zeigte Chinas wilde Seite und gab Einblick in eine weitere Trendwende in China. 

Das erwachende Interesse der chinesischen Bevölkerung an Outdoor-Sport sowie die Umdeutung von Natur hin zum Freizeitraum geht Hand in Hand mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Sie ist ein Zeichen des wachsenden Wohlstands in China und wird auch durch die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking gefördert. Doch auch die Teile der chinesischen Bevölkerung kamen zu Wort, die sich solch zeit- und geldintensive Sportarten nicht leisten können, sondern ganz im Gegenteil, mit körperlicher Arbeit ihren Lebensunterhalt gerade so bestreiten. 

So zeigte die Dokumentation „1350 KM“ von Chang He beispielsweise fünf Wanderarbeiter, die sich drei Motorräder teilen und fünf Tage und vier Nächte auf der 1350 km langen Heimreise unterwegs sind, um das Neujahrsfest mit ihren Familien zu verbringen und auf dem Weg mit allerlei Widrigkeiten konfrontiert werden. Ans Ziel bringt sie allein der starke Wille, wieder mit ihren Familien vereint zu sein.

Aus der Reihe „China Climbing Documentary Project” von Tony Cheung wurde unter anderem „From Dumplings to Rock“ gezeigt. Die Dokumentation begleitete Xiao Lu, bisher eine der wenigen weiblichen chinesischen Kletterinnen. Als sie 2013 damit in ihrer Heimat Liuzhou begann, kletterte sie erst in Turnschuhen, da sie sich von ihrem Verdienst in einem Sushi-Restaurant keine Kletterschuhe leisten konnte. Schließlich kündigte sie, um ein Jahr lang in Chinas Kletter-Eldorado Yangshuo zu ziehen. Yangshuo befindet sich in Südchina inmitten eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete der Welt. Dort faltete Xiao Lu nachts Teigtaschen, verkaufte sie vormittags auf der Straße, um die Nachmittage am Fels verbringen zu können.  

Insgesamt fünf Dokumentarfilme, zwei Spielfilme und 14 Kurzfilme wurden an den fünf Festivaltagen in den Lamm-Lichtspielen in Erlangen und im Casablanca Filmkunsttheater in Nürnberg gezeigt. Als besonderes Highlight gab es in Zusammenarbeit mit dem Mobilen Kino Nürnberg ein Screening von Kletter-Kurzfilmen in der Boulderhalle E4, das zahlreiche Kletterfans anzog. Tony Cheung, der Regisseur zwei der Kurzfilme, war extra aus Hong Kong zum Filmfestival nach Nürnberg und Erlangen gekommen und stellte sich den Fragen der Kletterenthusiasten.

Als zweiten Gast konnte das Konfuzius-Institut den Regisseur Hao Zhiqiang begrüßen, dessen Dokumentarfilm „Bazaar Jumpers“ über zwei junge Parkour-Sportler aus Xinjiang als Eröffnungsfilm des Festivals lief. Auch er gab in zwei Filmgesprächen einen tieferen Einblick in sein Schaffen.

Seit 2010 veranstaltet das Konfuzius-Institut alle zwei Jahre ein chinesisches Filmfestival, das einen ungewöhnlichen Einblick in die Arbeiten von bekannten und aufstrebenden chinesischen Filmemachern und damit in die unmittelbare Gegenwart Chinas gibt.

Das Festival 2018 wurde unterstützt von der Kulturförderung der Stadt Erlangen, Casa e.V., Das Lamm muss laufen!, Mobiles Kino Nürnberg und Curt Magazin. Zum Filmfestival erschien auch ein Begleitheft mit spannenden Hintergrundinformationen zum Thema Outdoor-Sport in China sowie zu den Filmen und Regisseuren.  

 

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