• 中文
  • 05.11.2021 18:00 - 23:59 | Nürnberg | Ausstellungen

    Ausstellung FLEETING UNIVERSE eröffnet

    Am 5. November eröffnete das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen in seinem Raum für zeitgenössische chinesische Kunst die neue Ausstellung FLEETING UNIVERSE der Künstlerin Wie-Yi T. Lauw. Zahlreiche Kunstinteressierte waren gekommen, um die Werke der in Wien geborenen Künstlerin Wie-yi T. Lauw mit indonesisch-chinesischen Wurzeln zu sehen, die in ihrer Soloausstellung in Nürnberg ihre eigene multikulturelle Herkunft thematisiert. Ihre Arbeiten hinterfragen nicht nur allgemein den Umgang mit multiplen Kulturen und ihrem Erbe, sondern setzen sich auf poetische Weise mit der Überlagerung des Kulturellen und ihrer Bedeutung für Gesellschaft und Individuum auseinander. In der Ausstellung werden ihre neuesten Werke gezeigt, die mit verschiedenen Medien wie Textil, Glas und Fotografie spielen. Das Highligh der Ausstellung bildet ein großformatiges Teppich-Triptychon, welches basierend auf einer ihrer digitalen Collagen handgewebt wurde, und auf dem die Besucher immer wieder neue spannende kleine Details entdecken konnten. Zur Begrüßung sprach unserer Direktorin Dr. Yan Xu-Lackner, unser Kunstbereichsleiter und Kurator Ronald Kiwitt gab eine kurze Einführung in die Ausstellung. Leider konnte die Künstlerin selbst krankheitsbedingt nicht wie ursprünglich geplant an der Vernissage teilnehmen.  

    Die Ausstellung läuft bis zum 29. Januar 2022, es wird ein Rahmenprogramm mit Führungen, einem Künstlergespräch und einer Kunstbuchpräsentation geben (siehe unten). Bitte beachten Sie, dass aktuell die 2G-Regel in unserem Kunstraum gilt!
     

    Zur Ausstellung und zur Künstlerin: 

    Während der Pandemie setzte sich die Künstlerin kritisch mit der zunehmenden Digitalisierung des kulturellen Lebens auseinander und betrachtete die digitalen ‚Windows‘ des Internets als Fenster zur Welt. Inspiriert durch ihre Reisen durch das Internet entstanden digitale Collagen aus Screenshots – Überlagerungen von Mangas, kunsthistorischen Ikonen und ostasiatischen Motiven: Ein Design aus kulturellen Patterns, welches sie weiter verfremdet hat. Wie-yi T. Lauw betrachtet die Prozesse des ständigen Wandels der Dinge. Somit bildet die Dekonstruktion kultureller Codes das zentrale Thema in ihren Arbeiten.

    Ihre digitalen Collagen ließ sie schließlich im Sommer 2021 per Hand zu Teppichen weben und kehrte damit aus der digitalen Welt zurück zum Analogen. Den Prozess des Webens versteht Lauw als Codierung, vergleichbar mit dem Raster eines Computersystems. Das Teppich-Triptychon FLEETING UNIVERSE (2021) entstand unter Verwendung rein biologischer Materialien. Lauw entwickelte bereits früh eine Faszination für klassische Teppiche und deren Mikrokosmos von idealisierten Gärten, von denen sie seit ihrer Kindheit umgeben war.

    So waren es auch chinesische und indonesische Skulpturen, welche sie für ihre skulpturale Arbeit BEYOND UNDOING (2021) inspirierten. In einem aufwendigen Verfahren fertigte Lauw Abgüsse der asiatischen Figuren an, welche dann in Glas ausgegossen wurden. Die daraus resultierende Verfremdung der ursprünglichen Formen ließ Objekte aus massivem Glas entstehen und führte zu einer Aufhebung der kulturellen Codes.

    Wie-yi T. Lauw (geb. 1983, Wien) lebt und arbeitet in Berlin. Nach Studienaufenthalten am London College of Fashion und der Central Academy of Fine Arts Peking schloss sie ihr Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Jahr 2012 mit einem M.A. ab. Die (An-)Erkennung des Hybriden sowie der Entwicklung kolonialer Kulturen und Geschichte thematisiert sie in ihrer fotografischen Arbeit DUNKLE PAARUNG, die noch bis Ende März 2022 in der Schausammlung des Weltmuseums Wien präsentiert wird.

    Die Ausstellung im Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen e.V. bietet einen Einblick in ihre umfangreiche Arbeit mit konträren Materialien, die in dieser Konstellation erstmalig präsentiert werden.

    Kuratiert von Ronald Kiwitt


    Ausstellungszeitraum: 06.11. 2021 – 29.01.2022, mittwochs bis samstags 13 - 18 Uhr
    Ort: Kunstraum des Konfuzius-Instituts, Pirckheimerstraße 36, 90408 Nürnberg

    PROGRAMM: 

    VERNISSAGE:

    Freitag, 5. November 2021, 18 – 20 Uhr
    Begrüßung: Dr. Yan Xu-Lackner, Direktorin des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen
    Einführung: Ronald Kiwitt, Kunstbereichsleitung des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen
    Die Künstlerin ist anwesend.

    FRIDAY ART NIGHTS:

    Kuratorenführungen durch die Ausstellung mit Ronald Kiwitt:
    Freitag, 19. November 2021 um 18 Uhr
    Freitag, 28. Januar 2022 um 18 Uhr

    KÜNSTLERGESPRÄCH:

    Freitag, 10. Dezember 2021 um 16 Uhr

    KUNSTBUCHPRÄSENTATION „NOT YOUR STORY“:

    in Kooperation mit www.backbonebooks.net
    Freitag, 14. Januar 2022 um 19 Uhr


    Ausstellungsflyer

    Gefördert durch: