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  • 13.07.2019 16:00 - 19:00 | Nürnberg

    "Starke" Frauen am Konfuzius-Institut

    In China sagt man „Frauen können die Hälfte des Himmels tragen“. Dass sie dazu und noch zu viel mehr fähig sind, beweisen starke Frauen in der Metropolregion Nürnberg tagtäglich. Genau für diese Frauen veranstaltete das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen am 13. Juli 2019 erstmals eine „Interkulturelle Begegnung für starke Frauen“. Unter dem Motto „weiblich und interkulturell“ hatte die Direktorin des Konfuzius-Instituts Dr. Yan Xu-Lackner zum Austausch bei chinesischer Musik, chinesischem Tee und Häppchen eingeladen. Mit der Veranstaltung, die im nächsten Jahr eine Wiederholung finden soll, möchte das Konfuzius-Institut Frauen in Führungspositionen eine interkulturelle Plattform bieten und gleichzeitig Frauen würdigen, die in unserer heutigen, multikulturellen Gesellschaft große Beiträge leisten.

    Karin Baumüller-Söder, „First Lady“ und Mit-Inhaberin der Baumüller-Gruppe, unterstützte die Veranstaltung mit einem schriftlichen Grußwort, in dem sie unter anderem die wichtigsten Beiträge des Konfuzius-Instituts hervorhob: „Es bringt Menschen zusammen, fördert das gegenseitige Verständnis und ermöglicht den Dialog der Kulturen.“ Im eleganten Ambiente der Villa des Konfuzius-Instituts am Nürnberger Stadtpark trafen sich starke Frauen, die in der Region und darüber hinaus in Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und im öffentlichen Leben präsent sind und um die Relevanz des offenen Dialogs und des Netzwerkens wissen. Wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist, weiß Yan Xu-Lackner, die das Nürnberger Institut im Jahr 2006 quasi als „Ein-Frau-Firma“ gründete und in den letzten 13 Jahren maßgeblich zu seinem heutigen Erfolg führte, aus eigener Erfahrung.

    Unter den Teilnehmerinnen waren Erlangens Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Erlangens Referentin für Bildung, Kultur und Jugend, Anke Steinert-Neuwirth, Xue Hong Dong-Geis, Gesellschafterin der Geis Holding GmbH & Co, Inge Weise, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Nürnberg, und viele weitere. Für ihr Engagement im Bereich der Völkerverständigung zwischen China und Deutschland wurde Frau Xue Hong Dong-Geis, Mitglied des Kuratoriums des Instituts, mit einer durch den Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Joachim Hornegger unterzeichneten Urkunde geehrt. Das Konfuzius-Institut wird von nun an jedes Jahr eine solche Auszeichnung vergeben, um Personen aus der Metropolregion zu ehren, die große Beiträge zur interkulturellen Verständigung leisten. Kultureller Höhepunkt des Nachmittags war die Aufführung von Xia Yuyan und Jiang Shaofeng, die auf ihrer Deutschlandtournee extra für diese Veranstaltung Halt in Nürnberg machten: die traditionelle chinesische Schalenhalslaute Pipa und die moderne Handpan trafen auf rhythmischen Stepptanz – ein Genuss für Ohren und Augen. An einer Teebar könnten die interessierten Gäste zudem verschiedene chinesische Tees ausprobieren. Ulrike Trapp von Trapp Networks agierte bei der Veranstaltung als Moderatorin zwischen den Kulturen.

    All die starken Frauen der Region interessierten sich natürlich auch für die Stellung der Frau im China von heute, auf die Frau Dr. Xu-Lackner in ihrer Begrüßungsrede einging. Während der Namensgeber des Instituts, Konfuzius, selbst nicht die allerhöchste Wertschätzung für das weibliche Geschlecht hatte, in China in früheren Zeiten die Polygamie verbreitet war und auch heute noch das Bild der gebundenen „Lotusfüße“ in vielen Köpfen im Westen verankert ist, hat sich doch die Rolle der Frau in China genauso wie in Deutschland in den letzten Jahrhunderten und vor allem Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 begann ein ähnlicher emanzipatorischer Prozess wie er auch in der DDR zu beobachten war: eine Frauenemanzipation, die von Oben angeordnet wurde. Unter Mao Zedong wurde die Frauenbefreiung in das Wertesystem des Marxismus integriert und erhielt dadurch ihre ideologische Rechtfertigung. Auch wenn der Prozess von Oben verordnet war und nicht wie im Westen von den Frauen selbst erstritten, steht das Ergebnis der Emanzipation dem des Westens in nichts nach. Trotzdem ist der Weg noch nicht zu Ende gegangen. Auch chinesische Frauen verdienen durchschnittlich weniger als chinesische Männer und sind z.B. im politischen Leben Chinas noch stark unterrepräsentiert. Es darf also weiter genetzwerkt werden – und gerade interkultureller Austausch ist hierzu hervorragend geeignet. Um es mit den Worten von Erlangens Bürgermeisterin Lender-Cassens zu sagen: Interkultureller Austausch ist „immer bereichernd“.

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