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  • 07.06.2019 19:00 - 20:30 | Nürnberg | Ausstellungen | Workshops

    Chan-Malerei und Chan-Meditation

    Vom 10. April bis 10. Juli 2019 zeigte das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen gemeinsam mit der Akademie für west-östlichen Dialog der Kulturen in der Austellung "Tuschespuren in der Leere" eine Auswahl chinesischer und japanischer Kunstwerke aus der Privatsammlung Gebhard, erweitert durch Arbeiten der Maler René Böll und Thorsten Schirmer. Die Ausstellung wurde mit großzügiger Unterstützung der Sparkasse Nürnberg in deren Ausstellungsräumen in der Lorenzer Straße 2 ausgerichtet. Die drei Komponenten der Ausstellung vermitteln vielgestaltig die kulturellen und kunsthistorischen Besonderheiten der Chan-Malerei.

    Im Rahmenprogramm der Ausstellung fand am 7. Juni eine Abendveranstaltung mit einem Vortrag des Künstlers Thorsten Schirmer und einem Workshop in Chan-Meditation statt, die großen Anklang bei den Besuchern fand. Viele hatten die Ausstellung bereits vorab mehrfach besucht und wollten sich nun ein noch genaueres Bild des Themas machen.

    Thorsten Schirmer, Professor an der Kunsthochschule der chinesischen West Anhui Universität, gab eine Einführung in die Chan-Malerei und zeigte deren Merkmale und Besonderheiten bei einer Ausstellungsbegehung sowohl an seinen eigenen ausgestellten Werken als auch an den chinesischen und japanischen Kunstwerken aus dem 16. bis 19. Jahrhundert aus der Sammlung von Walter Gebhard. Schirmer selbst arbeitet seit 1984 im Stil der klassischen Chan-Malerei, die er sich rein autodidaktisch angeeignet hat. Auf das traditionelle Landschaftsthema im Chan-Stil der „Verschütteten Tusche“ spezialisiert, gestaltet er seine Werke seit 1996 nur mit den Fingern und schwarzer Tusche. Während der Verzicht auf Farbe, die Reduktion der Form auf wenige, aussagekräftige Pinselstriche und die Auflösung der Motive in der allumfassenden Leere des weißen Malgrunds die äußeren Kennzeichen der Chan-Malerei darstellen, verpflichten sich die inneren Prinzipien dieser Kunst vor allem dem Gedanken der kontemplativen Übung durch Wiederholung einer bestimmten Tätigkeit.

    Kontemplative, wiederholende Übungen standen im Anschluss auch im Mittelpunkt des Workshops von Se Schirmer-Wang. Die zertifizierte Qigong-Gruppenleiterin und Supervisorin, in China geboren und aufgewachsen, befasst sich seit 20 Jahren mit den buddhistischen und daoistischen Lehren sowie deren Meditationsübungen. Im Workshop erhielten die Teilnehmer einen ersten Einblick in die Chan-Meditation und wie diese zu mehr Achtsamkeit und Stressabbau beitragen kann.

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