21.03.2019 19:00 - 21:00 | Nürnberg | Ausstellungen

Heraus aus den Salons, hinein in unseren Kunstraum!

Eröffnung der Ausstellung "Heraus aus den Salons! Bildergeschichten und Propaganda im China des 20. Jahrhunderts"

Vom 22. März bis 4. Mai 2019 zeigt das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen in Koope­ration mit der Sinologie der FAU Erlangen-Nürnberg, dem Shanghai Propaganda Poster Art Center und dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin eine Übersichtsausstellung zur visuellen Kultur im China des 20. Jahrhunderts. Zur Eröffnung der Ausstellung am 21. März waren zahlreiche Kunst- und Geschichtsinteressierte in den Kunstraum gekommen. Nach der Begrüßung durch Dr. Yan Xu-Lackner sprach Yang Peiming, der Direktor des Shanghai Propaganda Art Centers, der extra zur Eröffnung nach Nürnberg gekommen war, über die Entstehung seiner umfangreichen und einzigartigen Postersammlung. 

Die Ausstellung zeigt ein breites Panorama an visueller Alltagskul­tur. Sie bringt zahlreiche Materialien zusam­men, die die Umbrüche und Neuorientierungen in der jün­geren chinesischen Geschichte widerspiegeln. Exponate und Poster illustrieren einen historischen Abriss der chinesischen Geschichte, vom woodcut movement der 1920er und 30er Jahre, über die Gründung der Volksrepublik China 1949, die innerparteilichen Machtkämpfe, die Kulturrevolution, den Fetisch um das „kleine rote Buch“, bis hinein in die 1980er Jahre, in denen besonders Technik und Fortschritt propa­giert wurden.

Aus der weltweit einmaligen Sammlung des Shanghai Propaganda Poster Centers werden Poster aus der Zeit der Gründung der Volksrepublik, der Kulturrevolution und den 1980er Jahren ausgestellt. Bücher und illustrierte Magazine aus der Sammlung der Shanghai Academy of Social Sciences (SASS), einer Sondersammlung zur Geschichte der Buchpro­duktion der VR China an der Friedrich-Alexander-Universi­tät, zeigen, wie die staatlich geförderte Alltagskultur in allen Bereichen des Lebens ihren Widerhall fand. Gleichzeitig reflektieren die Drucksachen die Vorstellungen von damals zeitgenössischem Design. Verschiedene Techniken kommen hier zum Einsatz, wie Fotocollagen, Malerei und Holz­schnitt. Der Wille der maoistischen Staatskunst, die Kunst aus den elitären Kreisen – also Heraus aus den Salons! –zu bringen, zeigt sich deutlich. Der kommunistische Traum sollte in bunten Bildern auf den Straßen, in den Schulen, in den Fabriken und Haushalten Einzug halten.

Als einen der thematischen Schwerpunkte zeigt die Ausstel­lung den kunsthistorisch transkulturellen Moment, als im China der 1920er und 30er Jahre durch die Vermittlung des Literaten Lu Xun die Ästhetik und Technik der deutschen Grafikerin Käthe Kollwitz rezipiert wurde. Das woodcut mo­vement war einer der Motoren in der chinesischen Moderne und wirkt bis heute nach.

Die Ausstellungsmaterialien speisen sich aus der Sammlung des Shanghai Propaganda Art Centers, der SASS-Sammlung an der FAU und der Sammlung des Käthe Kollwitz Mu­seums Berlin, sowie privaten Leihgaben von Prof. Dr. Marc Matten (FAU) und des Comickünstlers Michael Jordan. Wissenschaftlich unterstützt und begleitet wird das Ausstel­lungsprojekt durch Prof. Dr. Marc Matten (FAU). 

Kuratiert von Nora Gantert und Emily Mae Graf

PROGRAMM

LAUFZEIT DER AUSSTELLUNG: 22. März – 4. Mai 2019, mittwochs bis samstags 13 – 18 Uhr

VERNISSAGE: Donnerstag, 21. März 2019, 19:00 Uhr

  • Begrüßung: Dr. Yan Xu-Lackner, Direktorin des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen
  • Vortrag: Yang Peiming (Direktor des Shanghai Propaganda Art Centers) „The history of my collection and the Shanghai Propa­ganda Art Center” (der Vortrag wird in englischer Sprache ge­halten)

DONNERSTAG, 4. APRIL 2019, 19:00 UHR: Vortrag: Emily Mae Graf (Freie Universität Berlin)

„Käthe Kollwitz in China: Vom Untergrund in die Akademie“

MITTWOCH, 17. APRIL 2019, 19:00 UHR: Vortrag: Prof. Dr. Marc Matten (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
„Paradiesische Verheißungen und unbegrenzter Fortschritt in der VR China – Propagandaposter als Kommunikationsmedium im 20. Jahrhundert“


ORT: Kunstraum des Konfuzius-Instituts, Pirckheimerstraße 36, 90408 Nürnberg

EINTRITT: frei

Ausstellungsflyer