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  • 09.01.2019 19:00 - 22:00 | Nürnberg | Ausstellungen

    Tiefgehende Einblicke zum Abschluss der Ausstellung TRANSKULTURALE

    Zur Finissage der ersten Gruppenausstellung „TRANSKULTURALE – Künstlerische Praxis zwischen China und Deutschland“ im eigenen Kunstraum hatte das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen am 9. Januar 2019 eingeladen. Mit einer abschließenden Führung durch die Ausstellung brachte die Kuratorin und Kunstbereichsleiterin des Instituts Nora Gantert den interessierten Besuchern die ausgestellten Kunstwerke von Alice Dittmar, He Xiangyu, Echo Ho und Stefanie Schweiger näher. 

    „TRANSKULTURALE – Künstlerische Praxis zwischen China und Deutschland“ bildete den Auftakt der Ausstellungstätigkeit im neuen Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen in der Pirckheimerstraße 36 in Nürnberg. Die Ausstellung verstand sich als Vorwort und inhaltliche Heranführung an den Fokus der Kunstarbeit des Instituts und zu zukünftigen Ausstellungen.

    Vom 24. Oktober 2018 bis 9. Januar 2019 behandelte die Ausstellung zeitgenössisch-philosophische Fragestellungen in der Kunst und die komplexen Lebensrealitäten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich in ihrer Arbeit zwischen China und Deutschland bewegen. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler zeichnen sich durch eine Auseinandersetzung mit Kultur, kultureller Prägung und Transkulturalität aus, welche nicht ausschließlich im künstlerischen Interesse, sondern ebenso in der Vita der Künstlerinnen und Künstler angelegt ist. Das Betrachten aus der Ferne, welches langlebigen Exotismen Vorschub leistete, relativiert sich durch die gemeinsame Lebensrealität. Die gezeigten künstlerischen Positionen stehen für ein geteiltes und gemeinsames Kunstverständnis und -interesse.

    Das Kulturverständnis nach Herder basiert auf der Annahme, dass Kulturen sich jeweils als in sich geschlossene Kugeln mani­festieren, die sich stets nur an- oder abstoßen können, sich aber nicht vermischen, vermengen oder überlappen. Die Transkultu­relle Theorie betrachtet Kulturen als sich wandelnde, gegensei­tig bedingende und fluide Konstrukte, die in stetem Austausch miteinander stehen und standen. Zeitgenössische Kunst aus China wird häufig in einem gesonderten Rahmen gezeigt, um das Andersartige herauszustreichen. Sowohl Künstlerinnen und Künstler als auch der Kunstmarkt profitieren und kokettieren mit diesem alten und umso langlebigeren Exotismus.

    Die Ausstellung TRANSKULTURALE zeigte verschiedene Verknüpfungen und Verflechtungen zwischen China und Deutschland und wie in der zeitgenössischen Kunst ganz selbstverständlich auf eine globale Kunstgeschichte Bezug ge­nommen wird. Verwobene kulturelle Identitäten und fließende Grenzen wurden anhand von einzelnen Kunstwerken sichtbar und gemeinsame kunsttheoretische Tendenzen wurden dis­kursiv herausgestellt. Einflüsse aus China und Deutschland verschmolzen ganz natürlich zu einem geteilten kulturellen Gefüge, das die lineare Kunstgeschichtsschreibung ablöst.

    Alice Dittmar setzt sich im Leben wie in der Kunst mit Grenz­überschreitung auseinander und interessiert sich für die grauen Schattierungen des Daseins. Durch zahlreiche Aufenthalte in China ist insbesondere das chinesische Reispapier als „Cultural Carrier“ fester Bestandteil ihrer Kunst geworden. He Xiangyu ist ein aufstrebender Repräsentant der zeitgenössischen Kon­zeptkunst, der vor drei Jahren sein Atelier von Beijing nach Berlin verlegte. In einem neuen Werkzyklus geht er künstle­risch-wissenschaftlich der Frage nach der kulturellen Flexibili­tät von Symbolen nach. Echo Ho ist in China geboren und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Köln. In ihrer Arbeit als Multimediakünstlerin und Musikerin interessiert sie sich in beson­derem Maße für Fragen der kulturellen Identität. Stefanie Schweiger ist Fotografin und hält sich immer wieder für längere Zeit in China auf. Für ein dokumentarisches Projekt begleitete sie Künstlerinnen und Künstler in Beijing durch den Alltag. Ihre Fotos geben den Blick frei auf persönliche Lebenswelten und zeigen gleichzeitig eine Herangehensweise fernab eines exotisierenden Blickes.

     

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