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  • 30.11.2018 21:00 - 22:30 | Nürnberg

    CHINA OUTDOOR: Kletter-Eldorado China

    Vom 28.11. bis 02.12.2018 veranstaltete das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen das 5. Chinesische Filmfestival, das in diesem Jahr unter dem Motto „CHINA OUTDOOR“ stand. Das Festival war eines der ersten Filmfestivals weltweit, welches spezifisch das Thema Outdoor-Sport in China behandelte.  Das Festival zeigte Chinas wilde Seite und gab Einblick in eine weitere Trendwende in China. 

    Das erwachende Interesse der chinesischen Bevölkerung an Outdoor-Sport sowie die Umdeutung von Natur hin zum Freizeitraum geht Hand in Hand mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Sie ist ein Zeichen des wachsenden Wohlstands in China und wird auch durch die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking gefördert. Doch auch die Teile der chinesischen Bevölkerung kamen zu Wort, die sich solch zeit- und geldintensive Sportarten nicht leisten können, sondern ganz im Gegenteil, mit körperlicher Arbeit ihren Lebensunterhalt gerade so bestreiten. 

    Insgesamt fünf Dokumentarfilme, zwei Spielfilme und 14 Kurzfilme wurden an den fünf Festivaltagen in den Lamm-Lichtspielen in Erlangen und im Casablanca Filmkunsttheater in Nürnberg gezeigt. Als besonderes Highlight gab es in Zusammenarbeit mit dem Mobilen Kino Nürnberg ein Screening von Kletter-Kurzfilmen in der Boulderhalle E4, das zahlreiche Kletterfans anzog. Viele der Zuschauer waren quasi direkt von der Kletterwand zur Kinoleinwand gekommen und verfolgten die chinesischen Kletter-Abenteuer noch im Sportoutfit und Kletterschuhen.

    Aus der sechsteiligen Kurzfilmreihe „China Climbing Documentary Project” von Tony Cheung wurde unter anderem „From Dumplings to Rock“ gezeigt. Die Dokumentation begleitete Xiao Lu, bisher eine der wenigen weiblichen chinesischen Kletterinnen. Als sie 2013 damit in ihrer Heimat Liuzhou begann, kletterte sie erst in Turnschuhen, da sie sich von ihrem Verdienst in einem Sushi-Restaurant keine Kletterschuhe leisten konnte. Schließlich kündigte sie, um ein Jahr lang in Chinas Kletter-Eldorado Yangshuo zu ziehen. Yangshuo befindet sich in Südchina inmitten eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete der Welt. Dort faltete Xiao Lu nachts Teigtaschen, verkaufte sie vormittags auf der Straße, um die Nachmittage am Fels verbringen zu können.  

    Die weiteren Doku-Kurzfilme begleiteten unter anderem den Spanier Rául Sauco bei seiner Erstbegehung von The Black Hole in Keketuohai im Altai-Gebirge Xinjiangs, eine Gruppe amerikanischer und europäischer Kletterprofis bei der Erschließung neuer Routen an den Felsen von Liming in der Provinz Yunnan, und einen Pekinger Uni-Professoren, der durch Eisklettern der Monotonie seines Alltags entfliehen will. Den Abschluss bildete eine kurze Doku über die Jochträger im Taishan-Gebirge, die jeden Tag Schwerstarbeit verrichten müssen.

    Tony Cheung, der Regisseur zwei der Kurzfilme, war extra aus Hong Kong zum Filmfestival nach Nürnberg und Erlangen gekommen und stellte sich im Anschluss an den Kurzfilmblock den Fragen der Kletterenthusiasten, von denen einige selbst schon in den weitläufigen Kalksteingebirgen Südchinas oder den ausgedehnten Sandsteingebieten in Chinas Westen klettern waren. Tony Cheung ist selbst Kletterprofi und Fotograf und Filmemacher.

    Seit 2010 veranstaltet das Konfuzius-Institut alle zwei Jahre ein chinesisches Filmfestival, das einen ungewöhnlichen Einblick in die Arbeiten von bekannten und aufstrebenden chinesischen Filmemachern und damit in die unmittelbare Gegenwart Chinas gibt.

    Das Festival 2018 wurde unterstützt von der Kulturförderung der Stadt Erlangen, Casa e.V., Das Lamm muss laufen!, Mobiles Kino Nürnberg und Curt Magazin. Zum Filmfestival erschien auch ein Begleitheft mit spannenden Hintergrundinformationen zum Thema Outdoor-Sport in China sowie zu den Filmen und Regisseuren.  

     

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