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  • 17.11.2016 17:00 - 18:30 | Nürnberg | Vorträge und Lesungen

    Modernisierung und kulturelle Identität in China

    Seit 2010 veranstaltet das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen alle zwei Jahre ein chinesisches Filmfestival in Erlangen. In diesem Jahr konnte das Festival erstmals auf zwei Städte erweitert werden: Mit dem Casablanca Filmkunsttheater in Nürnberg konnte ein weiterer Spielort für das 4. Chinesische Filmfestival gewonnen werden, das sich in diesem Jahr mit dem Thema „Chinas Ränder“ beschäftigt.

    Zum Auftakt des Filmfestivals in Nürnberg zeigte das Casablanca am 17. November die Filme „Tharlo“ und „A Simple Goodbye". „Tharlo“ ist der achte Film des preisgekrönten tibetischen Regisseurs Pema Tseden. Der Film, der bereits 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt wurde, erzählt die Geschichte eines tibetischen Schafhirten, dessen Begegnung mit einer jungen Friseurin aus der Stadt sein Leben komplett verändert. „A Simple Goodbye“ stammt von der jungen mongolischen Regisseurin Degena Yun und ist ein Film über die Entfremdung zwischen den Generationen und die Entwurzelung und Sprachlosigkeit der Menschen in unserer Zeit. Vor den beiden Filmvorführungen bot Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer mit seinem Vortrag zum Thema "Modernisierung und kulturelle Identität in China" dem filminteressierten Publikum wertvolles Hintergrundwissen zu den ethnischen Minoritäten Chinas. Er zeigte die wichtigsten Facetten der Entwicklung der vielfältigen kulturellen Identitäten im Vielvölkerstaat China auf und betonte, wie zentral der Integrationsfaktor der Minderheiten für das gelungene Fortbestehen des chinesischen Staats sei.

    Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer ist Seniorprofessor der Universität Tübingen, Direktor des China Centrums Tübingen und Präsident des Erich Paulun-Instituts. Nach seinem Studium in Göttingen und München folgte 1973 die Promotion und anschließend Forschungsaufenthalte in Taiwan, Japan und den USA, sowie Reisen durch Ost-, Süd- und Vorderasien. Neben Lehrtätigkeiten an den Universitäten Bonn, Hamburg, München, Göttingen und Hannover war er von 1981 bis 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Ostasiatische Kultur und Sprachwissenschaft an der Universität München. Von 1993 bis 2015 war er als Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel tätig. Seit 2014 ist Schmidt-Glintzer Vizepräsident der Internationalen Konfuzius-Gesellschaft. 2015 erhielt er den Staatspreis der Volksrepublik China für besondere Verdienste um die chinesische Buchkultur. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Geschichte Chinas sowie die europäische Beschäftigung mit China, die Ungleichzeitigkeit von Modernisierungsprozessen unter besonderer Berücksichtigung von Wertsphärenverschiebungen, sowie Buddhismus als transnationale Religionsbewegung.

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