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  • 23.06.2016 18:15 - 00:00 | Erlangen | Vorträge und Lesungen

    Die Wege des Weins – Einblicke in die Entwicklung der Seidenstraße

    Der Sinologe Peter Kupfer beleuchtete am 23. Juni 2016 im Kollegienhaus in Erlangen in seinem abwechslungsreichen Vortrag den Zusammenhang von gesellschaftlicher bzw. kultureller Entwicklung und der Weinherstellung in China. Mit vielen Beispielen aus historischen Quellen und Fotomaterial entlang der Seidenstraße legte er anschaulich dar, welche zivilisatorische Kraft im Wein liegt. Er begann mit Informationen zur Verbreitung wilder Weinsorten im heutigen China, stellte den dort vorherrschenden Sortenreichtum vor, berichtete weiter über die Beschreibung von Wein und dessen Wirkung, die in der gesamten chinesischen Literatur beschrieben wird, und informierte über antike Trinkgefäße und die Form des chinesischen Schriftzeichens für alkoholische Getränke 酉, das an eine Amphore erinnert. Von diesem Betrachtungswinkel her gesehen scheinen hier die Wege der Verbreitung des Weins der Seidenstraße als Handelsroute zeitlich vorauszugehen. So erschließt sich auch der Titel des Vortrags: "Weinstraße vor der Seidenstraße: Aspekte der neolithischen und antiken Alkoholkultur Chinas und Eurasiens". Der Vortrag war Teil der sechsteiligen Vortragsreihe zum Thema "Entangled Exchange: Aktuelle Forschungen zur Seidenstraße zwischen China und Europa", einer gemeinsamen Veranstaltung des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen und des Lehrstuhls für Sinologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 

    Peter Kupfer lehrte von 1980-2012 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim und trug durch seine intensive Forschung, Herausgeberschaften und Funktionen als Vorsitzender des Fachverbandes Chinesisch und der International Society for Chinese Language Teaching wesentlich zur Entwicklung des chinesischen Sprachunterrichts bei (2000 Freundschaftspreis für Sprache und Kultur der VR China, 2012 Friedhelm-Denninghaus-Preis des Fachverbandes Chinesisch). Neben seinen Arbei­ten zum Judentum in China (Youtai – Presence and Perception of Jews and Judaism in China, Zürich 2008), widmet er sich gegenwärtig insbesondere der Kultur der Seidenstraße. Kupfer unternahm von 2008-2014 ausgedehnte Forschungsreisen an den zentralasiatischen, chinesischen und iranischen Seidenstraßen. Er ging auch der Rolle des Weins in der chinesischen Kultur nach (Wine in Chinese Culture – Historical, Literary, Social and Global Perspectives, Münster 2010). Die beiden letzteren Themen verband er im Vortrag miteinander: Er präsentierte Ergebnisse, die zeigen, dass die Geschichte der Wein- und Fermentationskultur als pan-eurasisches Ereignis zu interpretieren ist.

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