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  • 11.07.2013 00:00 - 00:00 | Vorträge und Lesungen

    "Tongji – Wer in einem Boot sitzt, muss sich helfen" Über die kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und China

    Prof. Dr. Paul Gerhardt, emeritierter Ordinarius für Diagnostische Radiologie am Klinikum rechts der Isar sowie Mitbegründer und erster Präsident der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin, wurde am 11. Juli zu einem Vortrag über die chinesische Tonji-Universität an die FAU eingeladen.

    Begrüßt wurde er von dem Vizepräsidenten der Friedrich-Alexander-Universität Prof. Dr. Christoph Korbmacher. Herr Prof. Gerhardt ging anhand des Beispiels der Geschichte der Tongji-Universität Shanghai auf die Wichtigkeit der kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und China in der Vergangenheit genauso wie heute ein. Interkulturalität ist ein auf Verständigung gerichtetes Verhalten. Das Verständnis füreinander und das Lernen voneinander gilt es auch heute noch zu fördern, zur Unterstützung plant Professor Gerhardt die Gründung einer Dr.-Erich-Paulun-Gesellschaft, in Gedenken an den ersten deutsch-chinesischen "Brückenbauer".

    Prof. Gerhardt unterhält bereits seit 1979 enge Verbindungen zu China, vor allem zur Huazhong-Universität in Wuhan. Für seine Verdienste in den Beziehungen zwischen Deutschland und China wurde er zum Ehrendoktor der Tongji-Medizinischen Universität Wuhan und Ehrenprofessor der II. Militärärztlichen Akademie in Shanghai ernannt.

    Die Tongji-Universität wurde 1907 zunächst als Deutsche Medizinschule für Chinesen von Deutschland in Shanghai gegründet. Vorausgegangen war das im Jahr 1900 von dem deutschen Arzt Dr. Erich Paulun errichtete Tongji-Krankenhaus. 1912 schloss sich bereits eine Ingenieurschule an, die von den damals in China schon tätigen deutschen Firmen wie Krupp, Thyssen und Siemens unterstützt wurde. Auch das Deutsch-Kolleg, in dem sich die chinesischen Studenten auf ihr deutschsprachiges Fachstudium vorbereiten, gab es damals schon. Nach den Wirren des ersten Weltkriegs wurde die Tongji-Universität unter chinesischer Leitung neu eröffnet, aber weiterhin von der deutschen Industrie und Wissenschaft unterstützt. Die medizinische Schule der Tongji-Universität wurde in den fünfziger Jahren nach Wuhan verlegt und dort im Jahr 2000 in die Huazhong-Universität eingegliedert. 1998 entstand an der Tongji-Universität in Shanghai das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg.

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