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  • 07.12.2006 00:00 - 23:59 | Vorträge und Lesungen

    Chinesisch - eine (un)mögliche Fremdsprache

    Im Folgenden ein Nachbericht der Veranstaltung "Chinesisch - eine (un)mögliche Fremdsprache", die die Firma Siemens in Zusammenarbeit mit unserem Institut organisiert hat. Der Artikel stammt von der offiziellen SiemensForum Seite.

    Chinesisch – eine (un)mögliche Fremdsprache
    Eine erste Einführung in die chinesische Sprache und Schrift
    Referent:
    Dr. Michael Schimmelpfennig, Direktor des Konfuzius- Instituts Nürnberg-Erlangen e.V.

    China, das Land der Mitte. Der dortige Wirtschaftsraum boomt und gibt deswegen Anlass für vielerlei Diskussionen und Vorträge. Aber die Kultur dieses Landes könnte nicht gegensätzlicher zu unserer westlichen Welt sein. Um die Scheu vor diesem faszinierenden und doch fremden Land abzubauen und die sprachliche Hürde überwindbar zu machen, veranstaltete das SiemensForum Erlangen eine erste Einführung in die chinesische Sprache und Schrift.

    In Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen e.V., das wie die deutschen Goethe-Institute den Auftrag der Regierung erfüllt, die Sprache und Kultur Chinas im Ausland zu vermitteln, konnten rund 100 Gäste einen Schritt hinein in den Raum China wagen. Das Konfuzius-Institut als hochrangiger Vertreter der chinesischen Kultur ist erst seit April diesen Jahres in der Metropolregion Nürnberg ansässig. Die Siemens AG setzt sich gemeinsam mit diesem Kooperationspartner für den interkulturellen Austausch zwischen China und Deutschland ein.

    „Ni hao!" „Guten Tag!" Die Begrüßungsformel auf chinesisch mag dem einen oder anderen vielleicht noch geläufig sein, doch das war's dann auch schon. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, deutlich mehr zu erfahren. Dr. Michael Schimmelpfennig ging behutsam vor und führte mit der Entwicklung der chinesischen Schrift in die Veranstaltung ein: Von Orakelsprüchen auf Schildkrötenpanzern aus dem 16. Jhdt. v. u. Z. über Schriftzeichen auf Seide und Bambus bis hin zu den kürzlich stattgefundenen Schriftreformen, bei denen man versuchte, die extrem komplexe Schrift ein wenig zu vereinfachen.

    Und schon ging es ans Eingemachte: Alle Zuhörer mussten selbst Hand anlegen und chinesische Schriftzeichen aufs Papier bringen. Der eine oder andere hatte noch so seine Schwierigkeiten, wie Schimmelpfennig feststellte: „Ihre Fünf fährt wie ein Snowboardfahrer den Berg hoch, die Zeichen müssen exakt im Gleichgewicht stehen". Doch es wurde eifrig weitergeübt und neben den Zahlen schrieb man Wörter wie Kind, Frau, Mensch oder Wald. Wirklich mühsam, denn jedes Zeichen ist ja für sich ein kleines Kunstwerk.

    Der zweite Teil des Kurses sah nun die Sprache vor. Das komplizierte hierbei ist, dass die Chinesen ja eigentlich mehr singen als sie sprechen. Im Mandarin gibt es vier verschiedene Tonarten, werden diese nicht korrekt getroffen, kann das Wort eine anz andere Bedeutung haben. Schimmelpfennig beschränkte sich auf die vier Tonlagen des Mandarin und verschonte sein Publikum mit den acht Tonlagen des Kantonesischen. Und so hielt Schimmelpfennig mit jedem Besucher ein kleines Zwiegespräch, keiner war vor ihm sicher! „Der Abend war total lustig, es hat wirklich viel Spaß gemacht", kommentiert Horst Dieter A&D. Sein Kollege Marcus Bliesze A&D fand es vor allem faszinierend, dass man im Chinesischen ja in Bildern spricht: „Man hat nicht einzelne Namen wie zum Beispiel „Siemens", sondern gleich eine ganze Geschichte dazu. Übersetzt heißt Siemens dann „Der Meister, der durch das westliche Tor nach China kommt", das ist doch faszinierend!"

    „Die Kalligraphen haben ja ständig, wie wir heute gelernt haben, wichtige Schriften immer und immer wieder kopiert. Dazu muss ich sagen, dass das Kopieren für die Chinesen anscheinend sehr charakteristisch ist, denn sie machen das ja nicht nur in der Sprache so", lächelt Andrea Tilgner A&D. Ihr Mann, Roland Tilgner I&S wirft ein: „Ich bin nur froh, dass ich in einem Kulturraum aufgewachsen bin, in dem man sich nur 26 Buchstaben merken musste". Brigitte Kinner A&D fand den Einblick in die Entstehungsgeschichte bemerkenswert: „Es ist einem schon bewusst, dass die Schriftzeichen und die Sprache schon sehr alt sind, aber man denkt ja gar nicht, wie lange das eigentlich schon zurückgeht". Ihre Kollegin Christine Maier SRE hat schon des Öfteren Sinologen getroffen und war von Schimmelpfennig begeistert: „Er hat nicht nur eine schöne Einführung gegeben, sondern war total geduldig und obendrein noch sehr unterhaltsam. Viele Sinologen, die ich bisher getroffen habe, leben in ihrer eigenen Welt und können den Stoff deshalb nur schwer vermitteln. Bei Schimmelpfennig war das ganz anders, echt prima". Die Gruppe um die beiden Frauen nickt zustimmend und ist sich einig: „Es ist echt eine super Sache, dass das SiemensForum solch einen Einblick in die chinesische Sprache vermittelt, nun scheint China gar nicht mehr so unnahbar und unmöglich. Wir sind dem Land eindeutig einen kleinen Schritt näher gekommen".

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